Einführung

von Jörg Hasheider, Initiator

Der Ausstellungstitel ZEN•KONKRET bezieht sich auf zwei philosophische Traditionen: den asiatischen Buddhismus und die europäische Aufklärung. Während der Zen-Buddhismus den »Weg als Ziel« beschreibt, definiert Kant »Interesselosigkeit« als Vorbedingung ästhetischen Empfindens. Beide Prämissen sind grundlegend für die Ausstellungskonzeption. Die Konzeption umfasst die Ausgestaltung von zwei Teilbereichen: Die KUNST und den ORT.

Zur Kunst

Für die Ausstellung wurden Künstler und Künstlerinnen gewählt, die in der Tradition der „Musique Concrète“ stehen und sich mit der zen-buddhistischen Philosophie beschäftigen. Auf das Ausstellungsgeschehen bezogen heißt dies:

  • Die Werke entstehen prozessual aus der Wahrnehmung der vorgefundenen Bedingungen.
  • Die reine Anschauung, die „interesselose“ Wahrnehmung steht am Anfang des Prozesses.
  • Die vorgefundenen und wahrgenommenen Aspekte des Ortes, Wasserschloss Quilow, sind Grundlage und wesentlicher Bestandteil der Werke.
  • Die Werke stülpen dem Ort keine konzeptuelle oder ästhetische Maske über, sondern bewirken eine subtile, subjektive Transformation seiner Wahrnehmung.

Zum Ort

Der als Wohnhaus mit gleichzeitiger Funktion als Verwaltungssitz und Repräsentationsstätte konzipierte Ort hat seine Funktion verloren. Wichtige Voraussetzung für eine Arbeit am Ort ist es, die Anlage als eine Struktur ohne gegenwärtigen Status zu begreifen:

  • Der Ort ist „frei“ – er kann „bespielt“ werden.
  • Die Arbeit des Klangraums Schloss Quilow versteht sich als offener Prozess, an dessen Ende nicht zwangsläufig eine Funktion X − ein Ziel − stehen muss.
  • Eine „interesselose“ Wahrnehmung der ästhetischen Potenziale der Anlage sollte Grundlage der Entscheidungen sein, welche Maßnahmen an der teilweise ruinösen Anlage für ein Ausstellungsgeschehen notwendig und wünschenswert sind.