07.12.2006
Deutsch-russischer Informations- und Erfahrungsaustausch

Thünengut, Tellow

Eine Delegation des Ministeriums für Kultur und Massenkommunikation der Russischen Föderation aus Moskau besuchte bei einer Informationsreise nach Deutschland im Rahmen des European Twinning-Projekts „Preservation of Cultural and Historical Monuments on the Basis of Public Privat Partnership“ nach Berlin und Potsdam auch das Thünen-Gut in Tellow, um sich vor Ort über private Initiativen zur Rettung des Kulturerbes im ländlichen Raum mit AG Gutsanlagen und der Stiftung Kulturerbe auszutauschen. Ermöglicht wurde dieses Treffen durch den ehemaligen Präsidenten des Europäischen Verbandes für den ländlichen Raum ECOVAST, Angus Fowler.

Nach einem gemeinsamen Rundgang über das Thünengut traf man sich zum „Round-Table-Gespräch“ in der großen Scheune. Insbesondere wurde hier erörtert, dass Denkmalpflege nicht nur eine Aufgabe staatlicher Stellen sein und zentral „von oben“ organisiert werden muss. Rolf-Peter Bartz stellte die Neue Tellower Erklärung von 2004 vor, die außer in Englisch und Finnisch seit kurzem auch in russischer Übersetzung vorliegt, sowie den Kittendorfer Appell aus dem Jahr 1999.

Karen Albert-Hermann, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Kulturerbe, und Nicola von Amsberg erläuterten das bürgerschaftliche Engagement, auf dem ihre Stiftung bürgerlichen Rechts und der gleichnamige Förderverein basieren. Überrascht waren die acht russischen Fachleute nicht nur über den freiwilligen unentgeltlichen Einsatz „normaler“ Bürger für den Erhalt des Kulturerbes, sondern auch darüber, dass solche Leistungen in den ersten Schritten schon mit minimalem finanziellen Aufwand erbracht werden können. So waren die russischen Gäste vor allem an Fragen des Budgets, insbesondere an den Kosten für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, interessiert.

Ein Anliegen der deutsch-russischen Begegnung war außerdem, dass die AG Gutsanlagen und Stiftung Kulturerbe künftig eng mit der „Nationalstiftung für die Wiedergeburt der Gutsanlagen in Russland“ zusammenarbeiten soll. Darüber hinaus wird sich die AG Gutsanlagen als junges Mitglied im Verband für das europäische Natur- und Denkmalerbe EUROPA NOSTRA nachdrücklich für die Aufnahme der russischen Nationalstiftung in diese europäische Organisation einsetzen.

25.-28.10.2006
denkmal

Messe Leipzig

Auf der im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindenden Fachmesse für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung waren aus Mecklenburg-Vorpommern vertreten: Landesamt für Denkmalpflege, FAL e. V. Europäische Bildungsstätte für Lehmbau (Ganzlin), Verein Dorfkirchen in Not in Mecklenburg-Vorpommern e. V. (Kavelstorf) sowie auf einem Gemeinschaftsstand im Infoforum der Verein zur Kunst- und Kulturförderung in den Neuen Ländern e. V. (VKF) und die Stiftung Kulturerbe.

Friederike Heuer und Peter Waldmann vom Vorstand des Fördervereins der Stiftung Kulturerbe betreuten den Stand durchgängig von Mittwoch bis Samstag. Die Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Karen Albert-Hermann, war am Freitag ganztägig für Fachgespräche auf dem Stand und bei einem Rundgang über die Messe präsent. Abends nahm sie am Treffen der Bundesarbeitsgemeinschaft unabhängiger Denkmalinspektionsdienste (BAUDID) teil.

18.09.2006
„Gutsanlagen in Pommern beiderseits der Oder – Perlen der Landschaft oder Klotz am Bein?“

Deutsch-polnisches Symposium am Pommerschen Landesmuseum
Pommersches Landesmuseum, Greifswald

In drei Blöcken widmete sich das Symposium den Themen „Deutsch-Polnische Initiativen“, „Gutsanlagen im Fokus der Denkmalpflege“ (u. a. mit einem Vortrag von Prof. Dr. Sabine Bock) sowie „Gutsanlagen und ländlicher Raum“ mit Beiträgen u. a. von Prof. Thomas Oyen, Hochschule Neubrandenburg, und Karen Albert-Hermann, die Projekte der Stiftung Kulturerbe zur Erschließung und Erhaltung von Gutsanlagen in Vorpommern vorstellte.

Das Symposium wurde von einer Posterausstellung begleitet. Hier an den Ständen kamen die Teilnehmer während der Vortragspausen schnell in lebhafte, sehr kontroverse Diskussionen.

10.09.2006
Tag des offenen Denkmals

Alter Schafstall Basedow und Gutshaus Mölln bei Altentreptow

Der Tag des offenen Denkmals war bundesweit mit rund 4,5 Millionen Besuchern wieder ein großer Erfolg. Unter dem Motto „Rasen, Rosen und Rabatten – Historische Gärten und Parks“ öffneten in diesem Jahr besonders viele „grüne Denkmale“ ihre Türen und Tore – von barocken Schlossparks über Stadtvillengärten bis zu historischen Kloster- und Bauerngärten.

Die Stiftung Kulturerbe nahm an der offiziellen Eröffnungsveranstaltung für Mecklenburg-Vorpommern durch Bildungsminister Metelmann im Alten Schafstall in Basedow teil. Die Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Karen Albert-Hermann, konnte dem Minister bei dieser Gelegenheit die Stiftung Kulturerbe vorstellen. Am Nachmittag stand sie dann im Gutshaus Mölln den Fragen der Besucher Rede und Antwort. Die Stiftung betreut die Gemeinde seit Anfang des Jahres in einem Pilotprojekt bei der Erhaltung und Zielfindung für das Gutshaus.

15.08.2006
Stiftungstag

Wasserburg Liepen

Einführend berichtete die Vorstandsvorsitzende Karen Albert-Hermann aus der Arbeit der Stiftung Kulturerbe und skizzierte einige Projekte, darunter die Beratung der Gemeinde Mölln (Gutshaus) und der Stadt Strasburg (Gutsanlage Neuensund), die Gutshausroute und den Erwerb des Wasserschlosses Quilow.

In lockerer Atmosphäre kamen Gäste und Gastgeber schnell in intensive Gespräche. Trotz Regen, der das geplante Picknick „ins Wasser“ fallen ließ, brachten einige Gäste dennoch ihren Picknickkorb mit. Doch machte man es sich damit lieber im Gewölbekeller der Wasserburg gemütlich. Die Gäste konnten sich außerdem von „Benno, dem Maler“ porträtieren lassen. Besonderes Vergnügen bereitete das „Kulturerbe-Memory“, bei dem unter Eimern verborgene Gegenstandspaare wie Kacheln, Türgriffe, Backsteine, Dielenbretter etc. entdeckt werden konnten. Extra für diesen Tag war der Backofen in der alten Schmiede angefeuert worden. Mit Geschick wurden die Brotteige angerührt und, nachdem die Backtemperatur erreicht, die Glut ausgeräumt und der Ofen mit Wasser und Feudel gereinigt war, in selbigen hinein geschoben.

08.07.2006
Informationstag zum „Tag der Regionen“

Thünengut, Tellow

In Vorbereitung auf den bundesweiten Tag der Regionen am 1. Oktober 2006 fanden in Mecklenburg-Vorpommern drei Info-Veranstaltungen (08.07. Tellow, 15.07. Golchen, 06.08. Rühlow) statt, bei denen lokale Initiativen, Vereine und Verbände sich selbst und ihre Ideen für den Aktionszeitraum (23.09.– 08.10.2006) vorstellten und mit Bürgern, die sich aktiv beteiligen wollten, ein gemeinsames Aktionsprogramm entwickelten.

In Tellow diskutierte Landwirtschaftsminister Till Backhaus unter anderem über „Herrenhäuser und Schlösser“ mit Ewa Prync-Pommerencke vom Landesdenkmalamt, Karen Albert-Hermann von der Stiftung Kulturerbe und Rolf-Peter Bartz von der AG Gutsanlagen.

07.07.2006
Stadtgespräch „Von der Zukunft der Provinz“

Georgenkirche, Wismar

Kommen Sie aus der Provinz? Ist Ihnen das peinlich? Ja, Provinz weckt Aversionen. Provinz ist ein kulturelles Schimpfwort. Provinz steht aber auch für Nähe und Überschaubarkeit. Und für Wurzeln vieler Großstadtmenschen. Emotionen ohne Chance in Zeiten der Globalisierung? Provinz beschreibt eine uneindeutige und widersprüchliche Realität, die zu Initiative und Gestaltung herausfordert.

Das 1. Wismarer Stadtgespräch der Mecklenburger AnStiftung suchte nach solchen Ideen und Anregungen. Nach der Begrüßung durch die Vorstandsvorsitzende Marion Richter und dem Grußwort der Wismarer Bürgermeisterin Dr. Rosemarie Wilcken wagten sich Persönlichkeiten aus Wismar und Umgebung oder die sich mit der Region verbunden fühlen, an das Thema heran.

Im Anschluss an die Vorträge gab es ausreichend Gelegenheit zum Gespräch. Die Stiftung Kulturerbe konnte, vertreten durch ihre Vorstandsvorsitzende Karen Albert-Hermann, neue Kontakte zu wichtigen gesellschaftlichen Gruppen des Landes knüpfen und gleichzeitig über die Arbeit der Stiftung informieren.

29./30.06.2006
Deutsch-polnische Wissenschaftskonferenz „Schlösser und Gutshäuser in Pommern“

Schloss der Pommerschen Herzöge, Stettin

Die Tagung war gut besucht und voll mit guten Vorträgen. Polen wie Deutsche arbeiten an dem Thema „Preußisches Kulturgut“. Allerdings nimmt man in Polen die Gutsanlagen des Barock und des Klassizismus erst allmählich als Wert wahr. Wurde doch in der jüngeren Vergangenheit aus politisch-ideologischen Gründen jede Auseinandersetzung mit diesem Thema abgelehnt. Nun aber entdecken junge polnische Wissenschaftler das pommersche Kulturerbe der Neuzeit. Zurzeit findet eine umfangreiche Inventarisierung statt. Einige Ergebnisse dieser Arbeit wurden in Stettin vorgestellt. Sie bieten eine gute Basis für den weiteren fachlichen Austausch.

Die Stiftung Kulturerbe war auf der Konferenz durch ihre Vorstandsvorsitzende Karen Albert-Hermann und den Vorsitzenden des Wissenschaftlichen Beirats, Prof. Dr. Diethart Kerbs, vertreten. Sie nutzten die Gelegenheit, neue Kontakte zu renommierten Fachleuten zu knüpfen, so auch zu Dr. Martin Schoebel, Direktor des Landesarchivs in Greifswald.

Die Konferenz fand anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Zamki i rezydencje na Pomorzu“ (Schlösser und Gutshäuser in Pommern) statt, die vom 29.06. bis 30.07.2006 in der Galeria Gotycka des Stettiner Schlosses gezeigt wird. Vorgestellt werden 40 Objekte, darunter das Wasserschloss Quilow sowie Schloss und Park Stolec/Stolzenburg.

11./12.05.2006
Dritte Regionalkonferenz Pommern

veranstaltet von der Deutsch-polnischen Gesellschaft Vorpommern e.V. in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung
Pommersches Landesmuseum, Greifswald

Der Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf einem Erfahrungsaustausch über die deutsch-polnische Zusammenarbeit und der Diskussion von Möglichkeiten gegenseitiger Unterstützung durch Koordination und Vernetzung. Dazu wurden in erster Linie Projekte vorgestellt, die auf bürgerschaftlichem Engagement beruhen.

Karen Albert-Hermann, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Kulturerbe, erläuterte das stiftungseigene Projekt „Gutshausroute“ und das Gartenprojekt „Oder-Neisse-Paradiese“, für das die Stiftung im Bereich Mecklenburg-Vorpommern als Projektträger fungieren wird. Beide Projekte sind darauf angelegt, grenzüberschreitend verwirklicht zu werden, und stellen damit eine wichtigen Beitrag zur deutsch-polnischen Zusammenarbeit dar.
 
Unter dem Tagungsthema „Bürgerschaftliches Engagement“ berichtete die polnische Seite, dass in ihrem Land der Grundsatz gelte: „Die Region muss sich unter voller Mitwirkung der Bürger entwickeln.“ Dazu wurden nicht nur ein Gesetz erlassen, sondern auch entsprechende Strukturen aufgebaut, die bei den Kommunalverwaltungen und den Marschallämtern angesiedelt sind.

09.03.2006
„10 Jahre Denkmalpflegehof Liepen“

Wasserburg Liepen

Mit einem Festakt feierte der Trägerverein Mecklenburgisch-Vorpommerscher Denkmalpflegehof Liepen e.V. sein 10-jähriges Bestehen. Gleichzeitig blickten die Gäste auf 15 Jahre Partnerschaft zwischen den Kreisen Steinfurt und Malchin (seit der Kreisgebietsreform: Demmin) zurück. Erste Kontakte gab es bereits 1988 zu Landwirten aus Gielow und Schwinkendorf. Sie führten schließlich zur Instandsetzung der Wasserburg Liepen, die zu einem Ost-West-Begegnungszentrum werden sollte.

Die Wasserburg Liepen ist heute Sitz der Stiftung Kulturerbe, die bei der Jubiläumsfeier durch Dr. Ulrich Christopeit und Nicola von Amsberg vertreten war, sowie Sitz des Denkmalpflegehofs Liepen. Dieser hat die Aufgabe, historische Baumaterialien zu bergen, zu sammeln, zu restaurieren und zu konservieren. Der Denkmalpflegehof bietet die aufgearbeiteten Baustoffe dann zum Kauf an. Sie eignen sich besonders für eine Wiederverwendung bei der Sanierung anderer alter Gebäude und Baudenkmale.

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